Jahrestagung 2013

Gruppenbild der Jahrestagung 2013. Die bisher teilnehmerstärkste Tagung seit Bestehen von GewerkschaftsGrün. Mit vielen bekannten Gesichtern und einigen neuen TeilnehmerInnen, über die wir uns sehr gefreut haben.
Aus der Schlecker-Insolvenz lernen
Anlässlich des Jahrestages der Schlecker-Insolvenz erklären Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für Arbeitnehmerrechte und Beate Walter-Rosenheimer, Obfrau um Wirtschaftsausschuss:
Die Bundesregierung zeigt keinerlei Empathie für die Betroffenen der Schlecker-Insolvenz. Ein Jahr nach Eröffnung der Schlecker-Insolvenz hat die Mehrheit der ehemals bei Schlecker beschäftigten Frauen noch immer keine adäquate neue Beschäftigung gefunden. An manchen Orten haben ehemalige Schlecker Beschäftigte die Drogeriemärkte in Eigenregie übernommen. Zu einem flächendeckenden Modell hat sich dies bis heute aber nicht entwickelt. Das durch die FDP verursachte Scheitern einer Schlecker-Transfergesellschaft hat sozialverträgliche Wege des Überganges verhindert. Das ist Grund genug, um über Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitnehmerrechte in der Insolvenz nachzudenken. Die Bundesregierung hingegen verfährt wieder nach dem Motto: Augen zu und durch.
Befragung der UrwahlkandidatInnen
Hier findest Du die Antworten der UrwahlkandidatInnen auf unsere Fragen von GewerkschaftsGrün. 9 der insgesamt 15 KandidatInnen haben uns teilweise sehr ausführlich geanwortet.
Branchenzuschläge - Spekulationen der Arbeitgeber sind reine Panikmache
Zu der bevorstehenden Einführung der Branchenzuschläge in der Leiharbeit und den Spekulationen seitens der Arbeitgeberseite, erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für Arbeitnehmerrechte:
Die Arbeitgeberseite reagiert immer mit den gleichen Reflexen auf bevorstehende Lohnsteigerungen und Änderungen auf dem Arbeitsmarkt: Sie schürt Ängste in der Bevölkerung, dass Arbeitsplätze verloren gehen und Jobs ins Ausland verlagert werden. Das ist pure Panikmache und entbehrt jeder Realität.
Mit der Leiharbeit soll keine Niedriglohnlinie in den Betrieben eingezogen werden. Sie soll vielmehr den Unternehmen Flexibilität geben, um personelle Engpässe und Auftragsspitzen abzufedern. In diesem Sinne müssen konsequent Branchenzuschläge für alle Branchen oder eine gesetzliche Equal Pay-Regelung eingeführt werden. Davon profitieren die Leiharbeitskräfte und das ist gerecht.
Die Spekulationen, dass dies insbesondere die Geringqualifizierten trifft, ist nicht nachvollziehbar. Nicht die Höhe der Branchenzuschläge, sondern die Auftragslage entscheidet darüber, ob Betriebe Arbeitsplätze schaffen oder nicht. Und Branchenzuschläge werden auch nicht der Grund sein, dass Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagert werden. Hier werden gerade Ängste bei den Beschäftigten geschürt - das ist nicht akzeptabel.
Die Arbeitgeberseite sollte endlich wieder gesellschaftliche Verantwortung entwickeln. Nur zufriedene und fair entlohnte Beschäftigte sind innovativ und engagiert. Das sollte endlich zur Kenntnis genommen werden.
Höhere Löhne für Europa!
Zu der Forderung von EU-Sozialkommissar László Andor nach höheren Löhnen, die auf scharfe Kritik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gestoßen ist, erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für Arbeitnehmerrechte:
Schwarz-Gelb bleibt bei seiner Haltung "Augen zu und durch". Die Bundesregierung sollte aber endlich die Aussagen von EU-Sozialkommissar Andor ernst nehmen, denn er hat Recht. Stagnierende Arbeitskosten steigern zwar weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit, haben jedoch negative Auswirkungen für Beschäftigte und für Europa. So konnte sich der deutsche Binnenmarkt nicht ausreichend entwickeln und die Wettbewerbsfähigkeit der Exportindustrie nahm stark zu. Dies hat zu den Problemen beigetragen, mit denen die Krisenstaaten derzeit zu kämpfen haben.
Konferenz: Grüne Jobs, faire Jobs. Arbeitnehmerrechte in der Wind- und Solarbranche
Datum: Freitag, 26.10.2012 14.30 – 18.45 Uhr
Samstag, 27.10.2012 09.00 – 15.30 Uhr
Ort: Beletage der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin
Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit GewerkschaftsGrün
Mit u.a.:
Hermann Albers, Vizepräsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V.
Reinhard Bütikofer, MdEP, Bündnis 90/ Die Grünen
Dr. Dietmar Edler, DIW Berlin
Beate Müller-Gemmeke, MdB, Bündnis 90 / Die Grünen, Fraktionssprecherin Arbeitnehmer-
rechte
Milan Nitzschke, SolarWorld AG
Uwe Schmorl, Betriebsrat bei Q-Sells
Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall
Fast 400.000 neue Arbeitsplätze entstanden in Deutschland seit 1990 bei Unternehmen, die Solarthermen, Photovoltaik-Module und Windkraftanlagen herstellen. Die Arbeitsbedingungen in der jungen Industrie gelten jedoch als problematisch: Oft sind die Jobs schlecht bezahlt. Tarifverträge werden nicht angewandt, die Arbeitsintensität ist hoch. Viele Beschäftigte sind befristet oder als Leiharbeitskräfte angestellt. Mitbestimmungsstrukturen existieren kaum. Zudem vernachlässigen zahlreiche Firmen die Aus- und Weiterbildung.
Gleichzeit verändern sich die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen zuungunsten der Branche: Durch die 2009 verabschiedete Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die jüngst beschlossene Kürzung der Solarförderung oder die scharfe Preiskonkurrenz auf dem Weltmarkt ist die wirtschaftliche Situation, insbesondere der Solarindustrie, angespannt.
Unter diesen Vorzeichen widmet sich die Konferenz Grüne Jobs, faire Jobs den Arbeitsbedingungen in der Wind- und Solarbranche. Mit Fachleuten aus Gewerkschaften, Unternehmen, Politik und Wissenschaft wollen wir diskutieren, was geschehen muss, damit sich eine tragfähige Tarifpartnerschaft entwickeln kann und grüne Jobs auch faire Jobs werden.
Anmeldung: http://www.boell.de/calendar/VA-viewevt-de.aspx?evtid=11586
Information:
Inhaltlich: Stephan Depping, Heinrich-Böll-Stiftung
Email:
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, T 030-285 34 - 223
Organisatorisch: Eike Botta-Venhorst, Heinrich-Böll-Stiftung,
Programmteam Szenarien für eine ökologische Wende
Email:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
, T 030-285 34-235
Anmeldung:
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