Wir trauern um Wolfgang Stather

Letztes Jahr haben wir uns alle sehr gefreut, als Wolfgang trotz schwerer Krankheit zur GewerkschaftsGrün-Tagung kam. Jetzt müssen wir Abschied nehmen von unserem langjährigen und verdienten Sprecher von GewerkschaftsGrün.

Wolfgang war ein einzigartiger Mensch, ein sehr feiner Kerl, der mit Witz und Verstand sein Umfeld in seinen Bann ziehen konnte. Als Sprecher von GewerkschaftsGrün und Fachanwalt für Arbeitsrecht hatte er immer das Wohl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Blick. Dabei war es ihm egal, ob jemand Partei- oder Gewerkschaftsmitglied war. Für ihn waren alle Menschen wichtig, die Verbündete und Mitstreiter_innen waren und für das Wohl der arbeitenden Bevölkerung gekämpft haben.

Wir werden Wolfgang, sein liebenswürdiges und einzigartiges Wesen, seine kämpferische Haltung, sein grünes Grundverständnis, seine Menschlichkeit und auch seinen Humor sehr vermissen.

„Nach der Sommerpause sollte das ZK zu einer virtuellen Sitzung zusammentreten, um der noch im Sommerloch verharrenden Arbeiterklasse Richtung und Ziel zu geben.“

Das ist ein Satz aus einer Mail von Wolfgang, der uns mit seiner heiteren und witzigen Art immer wieder zum Schmunzeln brachte. Er vermochte es, die Menschen aufzurütteln und für staubtrockene Themen zu interessieren - und zwar so, dass alle nachvollziehen konnten, was Juristen zu Papier gebracht haben.

Wolfgang war ein brillanter Arbeitsrechtsanwalt, der europaweit Betriebsratsgremien in arbeitsrechtlichen Fragen beriet. Er schulte Betriebs- und Personalräte und half ihnen, ihre Interessen in Betriebs- und Dienstvereinbarungen festzuschreiben. Er vertrat Gewerkschaften in Fragen des Tarifvertrags- und Arbeitskampfrechts und kämpfte so leidenschaftlich für die Interessen der arbeitenden Bevölkerung. Seine berufliche Kompetenz und seine klare Haltung hat GewerkschaftsGrün geprägt.

Lieber Wolfgang, wir werden dich als Freund und langjährigen Sprecher von GewerkschaftsGrün nie vergessen.

Mit traurigen Grüßen

Beate Müller-Gemmeke, Jochen Berendsohn, Joschua Konrad